Wasserfallmodell: erst fertig planen, dann bauen, dann prüfen
Das Wasserfallmodell gilt als altmodisch und wird trotzdem täglich gebraucht, vom Hausbau bis zum Festpreisprojekt. Hier steht, wie es funktioniert, wo seine Stärken liegen und woran man merkt, dass es nicht passt.
6 Minuten Lesezeit Stand:
Kurz erklärt
Was ist das Wasserfallmodell?
Das Wasserfallmodell ist ein Vorgehensmodell, bei dem ein Projekt in feste Phasen zerlegt wird, die nacheinander abgearbeitet werden: Anforderungen, Entwurf, Umsetzung, Test, Inbetriebnahme. Eine Phase beginnt erst, wenn die vorige abgeschlossen und abgenommen ist. Das Modell passt, wenn die Anforderungen am Anfang feststehen und sich kaum ändern.
- 5 Phasen
- typisch: Anforderungen, Entwurf, Umsetzung, Test, Inbetriebnahme
- 1 Abnahme
- am Ende jeder Phase, danach geht es weiter
- 1 Plan
- der vor Beginn der Umsetzung feststeht
Das Bild dahinter
Ein Projekt, das wie eine Treppe aussieht
Die Müller Consulting GmbH baut für die Weber GmbH ein Auftragssystem. Jede Phase beginnt, wenn die vorige endet, und die Balken laufen deshalb wie eine Treppe nach rechts. Wochen, ausgedacht.
Anforderungen
Entwurf
Umsetzung
Test
Inbetriebnahme
Der Kunde sieht in den ersten 14 Wochen nur Papier: Anforderungen und Entwurf. Lauffähig wird das System erst im Test. Das ist die Stärke (alles ist geplant) und das Risiko (spät gemerkt, wenn etwas fehlt) in einem Bild.
Theorie und Praxis
Wasser fließt nur abwärts, Projekte nicht
In der Lehrbuchfassung wird jede Phase einmal durchlaufen. In der Praxis springt man zurück: Im Test fällt auf, dass eine Anforderung falsch verstanden wurde, also zurück in den Entwurf. Das ist kein Scheitern des Modells, sondern der Normalfall. Man nennt es Wasserfall mit Rückkopplung. Teuer wird es nur, wenn der Sprung weit zurückgeht.
Das V-Modell geht den umgekehrten Weg und baut die Prüfung früher ein: Zu jeder Planungsstufe links im V gehört auf der rechten Seite eine Teststufe, die genau gegen sie prüft. Getestet wird also schon beim Entwerfen mitgedacht. Das ist immer noch ein phasenorientiertes Vorgehen, nur mit mehr Netz.
Entscheidungshilfe
Wasserfall, agil oder hybrid?
Eine Faustregel zum Einordnen. Im echten Projekt ist es selten so sauber.
| Situation | Eher Wasserfall | Eher agil oder hybrid |
|---|---|---|
| Anforderungen stehen fest und ändern sich kaum | Ja, ein Plan trägt | Nicht nötig |
| Der Kunde erkennt erst beim Sehen, was er will | Riskant, Änderungen kommen spät | Ja, früh zeigen und nachsteuern |
| Festpreis mit festem Leistungsumfang | Passt, der Umfang ist vertraglich fixiert | Hybrid: Rahmen fest, Details in Runden |
| Bau, Anlagen, Umzug: später ändern geht kaum | Passt, vieles lässt sich nicht nachträglich ändern | Nur für abgegrenzte Teile |
Mehr zu den Alternativen unter agiles Projektmanagement und hybrides Projektmanagement.
Ehrlich gesagt
Was für das Wasserfallmodell spricht, und was dagegen
Das spricht dafür
- Klare Reihenfolge: Jeder weiß, in welcher Phase das Projekt steht
- Verträge und Festpreise lassen sich sauber an Phasen und Abnahmen knüpfen
- Dokumentation entsteht je Phase, das hilft bei Übergabe an Dritte
Hier wird es teuer
Die Schwächen zeigen sich fast immer an derselben Stelle: spät.
- Fehler in den Anforderungen fallen oft erst im Test auf, dann liegt die Arbeit mehrerer Phasen darauf
- Der Kunde sieht erst am Ende etwas Lauffähiges
- Änderungswünsche brauchen ein Verfahren, sonst fällt der Plan auseinander. Dazu steht mehr unter Scope im Projekt
In teamspace
Klassisch planen, wenn nötig agil arbeiten
In teamspace müssen Sie sich nicht für ein Vorgehen entscheiden.
- Klassisch: Zeitplan als Gantt-Diagramm mit Phasen, Vorgänger-Nachfolger-Beziehungen und Meilensteinen.
- Freigaben: Projekttypen bringen einen eigenen Workflow mit Status-Abfolge und Freigaberegel mit.
- Agil im selben Projekt: Klassisch und agil laufen zusammen mit Scrum-Funktionen inklusive Product-Backlog und Sprint. Das richten Sie je Projekt eigens ein.
Noch kein System im Einsatz?
Starten Sie mit unserer kostenlosen Vorlage.
Häufige Fragen
Welche Phasen hat das Wasserfallmodell?
Was sind die Nachteile des Wasserfallmodells?
Für welche Projekte eignet sich das Wasserfallmodell?
Was ist der Unterschied zwischen Wasserfall und agil?
Was ist der Unterschied zwischen Wasserfallmodell und V-Modell?
Kann man im Wasserfallmodell zurück in eine frühere Phase?
Passt dazu
Alle Themen ansehenNächster Schritt
Nicht festlegen müssen, wie Ihre Projekte laufen?
Wir zeigen Ihnen, wie Sie in teamspace klassisch planen und dort, wo es passt, agil arbeiten. Ob das zu Ihren Projekten passt, besprechen wir offen.
30 Minuten, kostenlos, mit jemandem aus unserem Team in Darmstadt
