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Scope im Projekt: was dazugehört, was nicht und was bei Zusatzwünschen hilft

Selten scheitert ein Projekt an einem großen Fehler. Häufiger wächst es in lauter kleinen Gefälligkeiten über das Budget hinaus. Ein sauber abgegrenzter Umfang ist das beste Mittel dagegen.

6 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist der Scope eines Projekts?

Der Scope, auf Deutsch Projektumfang oder Leistungsumfang, beschreibt, welche Leistungen und Ergebnisse zu einem Projekt gehören und welche nicht. Er bildet zusammen mit Terminen und Budget den Rahmen des Projekts. Wächst der Umfang, ohne dass Zeit und Budget mitwachsen, spricht man von Scope Creep.

In Scope
was vereinbart und im Preis enthalten ist
Out of Scope
was ausdrücklich nicht dazugehört
Scope Creep
schleichender Mehraufwand durch Zusatzwünsche

Warum es so wichtig ist

Zwei Sätze im Angebot, zwei ganz verschiedene Projekte

So entsteht später Streit

„Einführung eines neuen Abrechnungsprozesses.“

  • Der Kunde denkt, die Software sei inbegriffen
  • Der Berater denkt das Gegenteil
  • Das fällt meist erst in der Mitte des Projekts auf

So ist es klar

„Prozessbeschreibung für die Standorte Kassel und Fulda, zwei Workshops, Schulung von bis zu zehn Personen. Nicht enthalten: die technische Umsetzung in der Software.“

  • Menge und Ergebnis lassen sich abnehmen
  • Die Diskussion über die Software gibt es gar nicht erst

Ein Beispiel

So sieht die Abgrenzung im Angebot aus

Eine eigene Liste „Nicht enthalten“ ist oft der wertvollste Absatz eines Angebots. Schreiben Sie dort auf, was der Kunde vermuten könnte.

BereichEnthaltenNicht enthalten
KonzeptProzessbeschreibung für zwei Standorte, zwei KorrekturschleifenWeitere Standorte, Übersetzung
WorkshopsZwei halbtägige Termine in KasselZusätzliche Termine, Reisekosten nach Aufwand
SchulungEine Schulung für bis zu zehn PersonenEinzelschulungen, Schulungsvideos
TechnikAnforderungen an die SoftwareEinrichtung und Programmierung

So grenzen Sie ab

Vier Grundregeln

Ergebnisse beschreiben, nicht Tätigkeiten

„Abgestimmtes Konzept als Dokument“ lässt sich abnehmen. „Beratung zum Konzept“ nicht.

Mengen nennen

Zwei Workshops, drei Standorte, zwei Korrekturschleifen. Zahlen sind das beste Mittel gegen spätere Missverständnisse.

Das Ausgeschlossene aufschreiben

Reisekosten, Übersetzungen, Datenübernahme, Support nach dem Projektende: Alles, was der Kunde vermuten könnte, gehört auf die Liste.

Annahmen festhalten

„Der Kunde stellt die Daten bis zum 15. März bereit.“ Wenn das nicht klappt, ist klar, warum sich der Termin verschiebt.

Begriffe

Projektumfang, Produktumfang und magisches Dreieck

Oft werden zwei Dinge unterschieden: Der Produktumfang beschreibt, was am Ende geliefert wird. Der Projektumfang beschreibt die Arbeit, die dafür nötig ist, also auch Abstimmung und Projektleitung. Gerade diese zweite Hälfte wird im Angebot gern vergessen.

Der Umfang hängt außerdem mit Zeit und Kosten zusammen, das ist das sogenannte magische Dreieck: Wenn der Umfang wächst, muss sich mindestens eine der beiden anderen Seiten bewegen. Wer das sagt, bevor er Ja zu einem Zusatzwunsch sagt, hat die Diskussion schon halb gewonnen.

Bei agilen Projekten ist der Umfang bewusst offener: Zeit und Budget stehen fest, und was hineinpasst, wird laufend entschieden. Abgrenzen muss man trotzdem, nur eben Sprint für Sprint.

Wenn der Kunde „nur noch schnell“ etwas möchte

Ein einfacher Ablauf für Änderungen

Zusatzwünsche sind normal und oft sogar sinnvoll. Schwierig wird es nur, wenn sie niemand als solche erkennt.

1

Festhalten

Der Wunsch wird aufgeschrieben, auch wenn er am Telefon kam.

2

Einschätzen

Wie viele Stunden kostet das? Verschiebt sich ein Termin?

3

Entscheiden lassen

Der Kunde bekommt zwei Sätze per Mail: „Das kostet zusätzlich acht Stunden, die Abnahme verschiebt sich um eine Woche. Sollen wir?“

4

Nachziehen

Auftrag und Plan werden angepasst, damit Budget und Ist-Stunden wieder zusammenpassen.

Festpreis oder Aufwand

Der Vertrag entscheidet mit

Beim Werkvertrag schulden Sie ein bestimmtes Ergebnis (§ 631 BGB), und beim Festpreis gehen Mehrstunden auf Ihre Kosten. Beim Dienstvertrag schulden Sie die vereinbarte Tätigkeit (§ 611 BGB), wie es bei Beratung nach Aufwand häufig der Fall ist. Dort ist weniger der Umfang das Risiko als ein Budget, das unbemerkt aufgebraucht wird.

Regeln Sie im Vertrag, wie Änderungen beauftragt werden. Welcher Vertragstyp vorliegt, richtet sich nach dem tatsächlich Vereinbarten und nicht nach der Überschrift.

In teamspace

Mehraufwand sehen, bevor er in der Nachkalkulation auftaucht

In teamspace kennt jede verrechenbare Zeitbuchung ihre voraussichtliche Einnahme. Ein Aufwandsbudget lässt sich so schon vor der Rechnung als verbraucht ablesen.

  • Im Angebot: optionale und alternative Positionen, die der Kunde dazunehmen kann.
  • Warnstufen: Hinweis, Warnung und kritische Warnung mit eigenen Schwellwerten.
  • Bei Änderungen: Wird der Auftrag von zehn auf zwölf Stunden erweitert, übernehmen Sie das ins Projekt, der ursprüngliche Wert bleibt als Basiswert erhalten.
Angebot in teamspace mit Positionen, Kalkulation und Beträgen.

Noch kein System im Einsatz?

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Häufige Fragen

Was bedeutet Scope auf Deutsch?
Scope heißt Umfang oder Geltungsbereich. Im Projektmanagement ist der Projekt- oder Leistungsumfang gemeint. Scope 1, 2 und 3 sind etwas anderes: Damit werden Treibhausgas-Emissionen eines Unternehmens eingeteilt.
Was ist Scope Creep?
Scope Creep ist der schleichende Zuwachs eines Projekts: Immer wieder kommt eine Kleinigkeit dazu, ohne dass Termine und Budget angepasst werden. Keine davon wirkt schlimm, zusammen können sie ein Projekt aber unwirtschaftlich machen.
Was ist der Unterschied zwischen Scope und Lastenheft?
Das Lastenheft ist ein Dokument, in dem der Auftraggeber seine Anforderungen beschreibt. Der Scope ist das, was am Ende tatsächlich vereinbart wird. Er kann enger sein als das Lastenheft und steht oft im Angebot oder im Pflichtenheft.
Wie gehe ich mit Zusatzwünschen eines Kunden um?
Nicht gleich ablehnen und nicht einfach erledigen. Halten Sie den Wunsch kurz fest, nennen Sie Aufwand und Auswirkung auf den Termin und lassen Sie ihn freigeben. Kleinigkeiten dürfen Sie aus Kulanz erledigen, dann sagen Sie es aber auch: Auf dem Leistungsnachweis steht die Zeile mit dem Betrag null.
Was ist der Unterschied zwischen Festpreis und Aufwand beim Scope?
Beim Festpreis trägt der Auftragnehmer das Risiko, dass der Aufwand höher ausfällt, deshalb muss der Umfang vorher genau feststehen. Bei Abrechnung nach Aufwand zahlt der Kunde die tatsächliche Zeit, dann kommt es vor allem auf das Budget und regelmäßige Rückmeldung an.

Nächster Schritt

Budget und Aufwand im Blick, solange man noch etwas ändern kann?

Wir zeigen Ihnen, wie teamspace Aufträge, gebuchte Zeiten und Budgets zusammenführt. Ob das zu Ihren Projekten passt, besprechen wir offen.

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