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Lessons Learned: damit das nächste Projekt nicht dieselben Fehler macht

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt, und meist ist für einen Rückblick keine Zeit mehr. Wer die Erfahrungen trotzdem festhält, kalkuliert das nächste Angebot besser. Es muss dafür kein großer Termin sein.

5 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was sind Lessons Learned?

Lessons Learned sind die Erkenntnisse aus einem Projekt: was gut gelaufen ist, was schiefging und was beim nächsten Mal anders gemacht werden soll. Das Team sammelt sie meist in einem gemeinsamen Termin, während oder am Ende des Projekts. Ihren Wert haben sie erst, wenn sie im nächsten Projekt tatsächlich genutzt werden.

1 Stunde
reicht für ein normales Kundenprojekt
3 Änderungen
mit Namen bringen mehr als 30 Erkenntnisse
Kurz danach
solange sich alle noch erinnern

≠

Erkannt ist nicht gelernt

Der Unterschied

Aus einer Erkenntnis wird erst durch die Änderung eine Lektion

Im Fachjargon heißt das Lessons Identified und Lessons Learned. Das Protokoll mit den Erkenntnissen ist schnell geschrieben, es bleibt aber nur eine Liste. Gelernt ist etwas erst dann, wenn das nächste Projekt anders läuft.

Ablauf

So läuft der Termin ab

Es braucht keine Moderationskarten, aber jemanden, der das Gespräch führt und nicht selbst der Hauptbetroffene ist.

1

Mit Zahlen anfangen

Geplante und gebuchte Stunden, Budget, Termine. So reden alle über dasselbe Projekt und nicht über das eigene Gefühl davon.

2

Sammeln, ohne zu diskutieren

Jeder schreibt auf, was gut lief und was nicht. Erst danach wird gesprochen.

3

Ursachen klären

Bei den zwei, drei wichtigsten Punkten fragen: Warum ist das passiert? Nach dem Ablauf fragen, nicht nach der Person.

4

Änderungen festlegen

Was machen wir beim nächsten Mal konkret anders, und wer sorgt dafür? Das ist der wichtigste Schritt.

Fragen

Fragen, die weiterhelfen

Zum Ergebnis

Hat der Kunde bekommen, was er erwartet hat? Würde er uns empfehlen?

Zu Aufwand und Geld

Wo lag die Kalkulation daneben, und warum? Welche Leistungen haben wir erbracht, ohne sie abzurechnen?

Zur Zusammenarbeit

Wann haben wir etwas zu spät erfahren? Wer hätte früher dabei sein müssen? Was hätten wir im Kick-off klären müssen?

Ein Beispiel

120 Stunden geplant, 168 gebucht

Die Müller Consulting GmbH hat für die Weber GmbH ein Beratungsprojekt zum Festpreis abgeschlossen. Der Rückblick beginnt mit den Zahlen: Fast der ganze Mehraufwand entfiel auf die Abstimmung, die Fachberatung selbst lag im Plan.

Geplant

120 Stunden

Gebucht

120 Stunden im Plan
48 mehr

Erfundenes Beispiel. Ob eine Abweichung trägt, zeigen erst mehrere Projekte.

Muster

So sieht ein guter Eintrag aus

Aus dem Beispiel entstehen drei konkrete Änderungen. Übernehmen Sie die Spalten einfach für Ihr eigenes Projekt.

Was ist passiert?Warum?Was ändern wir?Wer?
48 Stunden mehr Abstimmung als geplantIm Angebot war keine eigene Position dafür vorgesehenEigene Angebotsposition „Abstimmung“Vertrieb
Zusatzwünsche wurden einfach erledigtSie kamen per Telefon, niemand erfasste sieÄnderungen ab einer Stunde gehen als kurze Mail an die ProjektleitungProjektleitung
Der Fachbereich meldete sich spätEr war beim Kick-off nicht dabeiEinladung geht an alle betroffenen AbteilungenProjektleitung

Dranbleiben

Damit die Erkenntnisse nicht versanden

Das eigentliche Problem liegt selten im Termin, sondern in der Zeit danach. Das Protokoll landet in einem Ordner, und das nächste Angebot entsteht aus dem Kopf.

Halten Sie Änderungen deshalb dort fest, wo sie das nächste Mal gebraucht werden: in der Vorlage für Angebote, im Projektplan oder in der Checkliste für den Projektstart. Wer beim nächsten Angebot an der Position „Abstimmung“ vorbeikommt, braucht kein Protokoll zu lesen.

In teamspace

Der Rückblick wird besser, wenn die Zahlen schon da sind

Bei Lessons Learned geht viel Zeit damit drauf, herauszufinden, was eigentlich passiert ist. In teamspace bleibt der ursprüngliche Plan als Basiswert erhalten und steht neben dem, was tatsächlich gebucht und abgerechnet wurde.

  • Basiswerte: Die ursprünglichen Plandaten bleiben erhalten, auch wenn sich der Plan ändert.
  • Soll-Ist-Vergleich: Zeiten, Kosten und Einnahmen stehen nebeneinander, dazu die Nachkalkulation pro Auftrag.
  • Projektvorlagen: Was Sie gelernt haben, nehmen Sie direkt in die Vorlage für das nächste Projekt auf.
Auswertung in teamspace mit Balken im Zeitverlauf und Summen je Zeile.

Noch kein System im Einsatz?

Starten Sie mit unserer kostenlosen Vorlage.

Häufige Fragen

Was heißt Lessons Learned auf Deutsch?
Wörtlich „gelernte Lektionen“ oder „gewonnene Erkenntnisse“. Im Deutschen spricht man auch von Erfahrungssicherung oder Projektrückblick, meist bleibt es aber beim englischen Begriff.
Was ist der Unterschied zwischen Lessons Learned und Retrospektive?
Die Retrospektive kommt aus Scrum und findet regelmäßig am Ende jedes Sprints statt. Es geht vor allem um die Zusammenarbeit im Team. Lessons Learned sind breiter angelegt, schließen auch Kalkulation und Vertrag ein und finden seltener statt.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Lessons Learned?
Möglichst kurz nach dem Ende, solange sich alle noch erinnern, und zusätzlich nach größeren Meilensteinen. Ein Termin ein halbes Jahr später bringt kaum noch etwas.
Sollte der Kunde bei den Lessons Learned dabei sein?
Für einen Teil davon gern. Der Blick von außen ist wertvoll. Kalkulation und interne Abläufe besprechen Sie aber besser zuerst im eigenen Team.
Wie vermeidet man Schuldzuweisungen?
Fragen Sie nach dem Ablauf, nicht nach der Person, also „Warum kam die Information zu spät an?“ und nicht „Wer hat das vergessen?“. Hilfreich ist auch, wenn die Leitung als Erste einen eigenen Fehler nennt.

Nächster Schritt

Sehen, was ein Projekt wirklich gekostet hat?

Wir zeigen Ihnen, wie in teamspace Plan, gebuchte Zeiten und Rechnungen zusammenkommen. Ob das zu Ihren Projekten passt, besprechen wir offen.

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