Zum Hauptinhalt springen
teamspace

Soll-Ist-Vergleich: sehen, wo der Plan nicht mehr stimmt, solange man noch etwas tun kann

Wer erst bei der Schlussrechnung merkt, dass ein Projekt Geld gekostet hat, hat zu spät hingeschaut. Der Vergleich von Plan und Wirklichkeit ist das einfachste Frühwarnsystem, das es gibt.

5 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist ein Soll-Ist-Vergleich?

Ein Soll-Ist-Vergleich stellt geplante Werte (Soll) den tatsächlich eingetretenen Werten (Ist) gegenüber, etwa bei Stunden, Kosten, Terminen oder Einnahmen. Die Differenz heißt Abweichung. Sie zeigt, wo ein Projekt vom Plan abweicht und ob Sie gegensteuern müssen.

Ist minus Soll
ein Plus heißt: mehr verbraucht als geplant
4 Größen
Stunden, Kosten, Termine, Einnahmen genügen meist
Laufend
nicht erst am Projektende

Begriff

Was verglichen wird und was die Abweichung sagt

Das Soll steht im Plan: im Angebot, in der Kalkulation, im Terminplan. Das Ist kommt aus der Wirklichkeit: aus gebuchten Zeiten, bezahlten Rechnungen und tatsächlichen Terminen. Ihr Unterschied ist die Abweichung. Man spricht auch von Soll-Ist-Analyse oder Abweichungsanalyse.

Wichtig ist die Zeichenregel. Eine Abweichung kann günstig oder ungünstig sein, je nach Größe: Mehr Stunden als geplant sind schlecht, mehr Einnahmen als geplant gut. Legen Sie fest, wie Sie das darstellen, und prüfen Sie es nicht bei jedem Bericht neu.

Ein Beispiel

Ein Beratungsprojekt zum Festpreis

Die Müller Consulting GmbH hat für die Weber GmbH ein Projekt zum Festpreis von 14.400 € angeboten, mit 120 Stunden zu einem internen Kostensatz von 90 €. Nach der Umsetzung sieht der Vergleich so aus.

GrößeSollIstAbweichung
Projektzeit120 h168 h+48 h (+40 %)
Dauer12 Wochen15 Wochen+3 Wochen (+25 %)
Arbeitskosten10.800 €15.120 €+4.320 €
Deckungsbeitrag3.600 €−720 €−4.320 €

Alle Zahlen sind erfunden. Der Deckungsbeitrag ist hier der Festpreis abzüglich der Arbeitskosten. Er schlägt von einem Plus ins Minus, weil die Einnahmen gleich blieben.

−720 €

statt 3.600 € Deckungsbeitrag

Was daraus folgt

Bei einem Festpreis zahlt das Unternehmen die Mehrstunden

Wären die 48 Stunden nach Aufwand abgerechnet worden, hätte die Weber GmbH sie bezahlt. Beim Festpreis trägt die Müller Consulting GmbH sie selbst.

Die Zahl allein erklärt nichts. Sie sagt nur: Hier lohnt sich ein genauer Blick, bevor Sie das nächste Angebot schreiben.

Vorgehen

Vom Vergleich zur Entscheidung

1

Vergleichen

Plan und tatsächliche Werte nebeneinanderlegen, am besten immer zum gleichen Stichtag.

2

Zerlegen

Die Gesamtabweichung in Teile aufteilen: welche Phase, welches Arbeitspaket, welcher Bearbeiter? Erst dort sehen Sie die Ursache.

3

Erklären

Warum ist es passiert? Zusätzliche Wünsche, falsche Schätzung, Wartezeit auf den Kunden? Die Ursache entscheidet, was Sie tun.

4

Gegensteuern

Maßnahme mit Namen und Termin festlegen, oder das Soll bewusst anpassen, wenn sich der Auftrag geändert hat.

Schwellen

Ab wann eine Abweichung ein Fall für die Leitung ist

Das können Sie vorab festlegen

  • Eine Grenze, ab der der Projektleiter die Leitung informiert
  • Eine zweite Grenze, ab der die Leitung eingreift
  • Wer die Zahlen zusammenstellt und bis wann

Das geht schief

Ohne vereinbarte Grenzen entscheidet das Bauchgefühl, und das schwankt.

  • Die Grenzen werden erst bei Streit festgelegt
  • Der Vergleich kommt erst am Monatsende, wenn nichts mehr zu ändern ist
  • Das Soll wird still angepasst, bis es zum Ist passt

In teamspace

Wenn Soll und Ist schon nebeneinanderstehen

Der Vergleich hängt davon ab, dass der Plan erhalten bleibt, auch wenn er sich ändert. In teamspace werden Start, Ende, Projektzeiten, Arbeitskosten, Fremdkosten und Einnahmen tagesaktuell gegenübergestellt.

  • Basiswerte: Die ursprünglichen Plandaten bleiben erhalten, auch wenn sich der Plan ändert.
  • Warnstufen: Hinweis, Warnung und kritische Warnung mit einstellbaren Schwellwerten.
  • Earned Value: Plan- und Kostenabweichung sowie Effizienzen, dazu eine Hochrechnung des Projektrests.
Auswertung in teamspace mit Balken im Zeitverlauf und Summen je Zeile.

Noch kein System im Einsatz?

Starten Sie mit unserer kostenlosen Vorlage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Soll-Ist-Vergleich und Soll-Ist-Analyse?
Der Vergleich stellt die Werte nebeneinander. Die Analyse fragt zusätzlich, warum sie auseinanderliegen. In der Praxis werden beide Wörter meist gleich benutzt.
Wie berechnet man die Abweichung beim Soll-Ist-Vergleich?
Meist Ist minus Soll für Aufwand und Kosten, damit ein Plus bedeutet, dass mehr verbraucht wurde. Prozentual teilen Sie die Differenz durch das Soll. Im Beispiel sind 48 Stunden Mehraufwand bei 120 geplanten Stunden also 40 Prozent.
Wie oft sollte man Soll und Ist vergleichen?
Bei laufenden Projekten mindestens zu jedem Berichtstermin, bei kritischen Vorhaben öfter. Wichtig ist ein fester Rhythmus, damit sich Trends zeigen.
Wer ist für den Soll-Ist-Vergleich zuständig?
Meist die Projektleitung, mit Zahlen aus Zeiterfassung und Buchhaltung. Wer eingreifen darf, sollten Sie vorher festlegen.
Was gehört in einen Soll-Ist-Vergleich außer Kosten?
Termine, Stunden und Einnahmen, bei Bedarf auch Fortschritt in Prozent. Vergleichen Sie nur, was Sie später auch steuern können.
Was tun, wenn das Ist besser ist als das Soll?
Auch das ist eine Abweichung und verdient einen Blick. Vielleicht war der Plan zu vorsichtig, und Ihre nächsten Angebote sind zu teuer.

Nächster Schritt

Sehen, wo Projekte vom Plan abweichen?

Wir zeigen Ihnen, wie in teamspace Plan, gebuchte Zeiten und Kosten zusammenkommen. Ob das zu Ihren Projekten passt, besprechen wir offen.

30 Minuten, kostenlos, mit jemandem aus unserem Team in Darmstadt