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Retrospektive: ein Rückblick, nach dem sich wirklich etwas ändert

Manche Teams treffen sich regelmäßig und reden eine Stunde über das, was ohnehin alle wissen. Hier steht, wie die Zeit sinnvoll läuft, welche Formate helfen und woran Sie eine verschenkte Retrospektive erkennen.

5 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist eine Retrospektive?

Eine Retrospektive ist ein regelmäßiger Rückblick, in dem ein Team auf einen abgeschlossenen Arbeitsabschnitt schaut und festlegt, was es künftig anders macht. Sie stammt aus der agilen Softwareentwicklung und findet dort meist am Ende eines Sprints statt. Es geht um die Zusammenarbeit und die Abläufe, nicht um einzelne Personen.

60 Min
genügen oft für ein Team mit wenigen Leuten
1 bis 3
Änderungen mit Namen, mehr schafft ein Team selten
Regelmäßig
nach jedem Abschnitt, nicht nur bei Streit

Ablauf

So können 60 Minuten aussehen

Die Zeiten sind ein Vorschlag. Der größte Fehler ist, den letzten Block zu streichen, weil vorher so viel diskutiert wurde.

5
15
20
15
5
  • 5 Minuten: Einstieg. Ziel und Regeln, kurz: Es geht um Abläufe, nicht um Schuld.
  • 15 Minuten: Sammeln. Jeder schreibt still auf, was gut lief und was nicht.
  • 20 Minuten: Ursachen. Die zwei, drei wichtigsten Punkte genauer ansehen, mit der Frage: Warum?
  • 15 Minuten: Maßnahmen. Wer macht was bis wann, einmal laut vorlesen.
  • 5 Minuten: Abschluss. Was nehmen wir mit, was war hilfreich an diesem Termin?

Methoden

Drei Formate, die ohne Vorbereitung funktionieren

Ein festes Schema hilft, damit nicht immer dieselben reden. Wechseln Sie das Format, wenn die Runde müde wird.

FormatAufbauGut, wenn
Start, Stop, ContinueDrei Spalten: Was fangen wir an, was lassen wir, was behalten wir?Sie schnell zu konkreten Änderungen kommen wollen
SegelbootWind trägt uns, Anker bremst uns, Felsen sind Gefahren vorausDas Team auch über Risiken sprechen soll, nicht nur über Vergangenes
Freude, Ärger, WunschJeder nennt, was ihn gefreut oder geärgert hat und was er sich wünschtDie Stimmung im Team Thema ist

Ein Beispiel

Müller Consulting GmbH: Abstimmung mit der Weber GmbH

Das Projektteam der Müller Consulting GmbH trifft sich nach dem zweiten Abschnitt für das Projekt der Weber GmbH. Beim Sammeln taucht dreimal derselbe Punkt auf: Rückfragen des Kunden blieben tagelang liegen.

Die Ursache ist banal. Niemand hatte festgelegt, wer die Mails des Kunden beantwortet. Das Team beschließt nicht „besser kommunizieren“, sondern eine Änderung mit Namen.

Was ist passiert?Warum?Was ändern wir?Wer?
Rückfragen blieben liegenNiemand war für Kundenmails zuständigEine Person beantwortet Rückfragen am selben Tag oder gibt abProjektleitung
Doppelte Arbeit an einer UnterlageZwei Versionen kursiertenEine Ablage, Name mit DatumBeraterin

Wer führt

Wie eine Retrospektive gelingt

Das hilft

  • Jemand moderiert, der nicht Hauptbetroffener ist, im Zweifel von außerhalb des Teams
  • Alle schreiben erst still, dann wird gesprochen
  • Die Leitung nennt zuerst einen eigenen Fehler

Das sind Warnzeichen

Dann hilft ein neues Format nicht. Klären Sie zuerst, ob das Team offen reden kann.

  • Dieselben Punkte kommen seit Wochen wieder, nichts ändert sich
  • Nur einer redet, die anderen schauen auf ihr Handy
  • Aus dem Termin wird eine Beschwerdestunde über Dritte

Danach

Ohne Nachverfolgung bleibt es ein Gespräch

Der häufigste Grund, warum Retrospektiven nichts bringen, liegt nach dem Termin. Die Maßnahmen stehen auf einem Zettel, und beim nächsten Mal weiß keiner mehr, was beschlossen wurde.

Beginnen Sie die nächste Retrospektive deshalb mit den alten Maßnahmen: Erledigt, ja oder nein, und hat es etwas verändert? Erst dann gibt es neue.

In teamspace

Maßnahmen, die nicht auf dem Zettel bleiben

Aus der Retrospektive entstehen kleine Aufgaben. In teamspace halten Sie sie als Offene Punkte fest, mit Bearbeiter, Fälligkeit, Priorität und Status, und sehen sie zur nächsten Runde wieder.

  • Offene Punkte: Probleme, ToDos und Ideen in einer Liste, mit Verteiler.
  • Agile Boards: Aufgaben lassen sich auf einem Scrum- oder Kanban-Board bearbeiten, das mit dem Projekt verknüpft ist.
  • Sprints: Wer hybrid arbeitet, kann je Projekt Scrum-Funktionen mit Product-Backlog und Sprint einrichten.
Projektliste in teamspace mit Projekten, Bearbeitern und Verantwortlichen.

Häufige Fragen

Heißt es Retrospektive oder Retroperspektive?
Richtig ist Retrospektive, vom lateinischen Wort für „zurückblicken“. Die Schreibweise „Retroperspektive“ taucht oft in Suchanfragen auf, ist aber ein Tippfehler und bedeutet nichts anderes.
Wie oft sollte man eine Retrospektive machen?
Am Ende jedes Arbeitsabschnitts, bei Scrum also nach jedem Sprint. Außerhalb von Scrum passt ein fester Rhythmus, etwa nach größeren Meilensteinen oder alle vier bis sechs Wochen.
Wer moderiert eine Retrospektive?
Am besten jemand, der nicht Hauptbetroffener ist. In Scrum-Teams ist das oft der Scrum Master. Wechselt die Moderation im Team, lernen alle, wie es geht.
Wie lange dauert eine Retrospektive?
Für ein kleines Team reicht oft eine Stunde. Nach einem langen Projekt oder bei vielen Beteiligten planen Sie mehr ein, aber teilen die Zeit in Blöcke.
Funktioniert eine Retrospektive auch ohne Scrum?
Ja. Jedes Team, das auf einen abgeschlossenen Abschnitt zurückschauen kann, kann sie nutzen, zum Beispiel nach einer Projektphase oder einem Quartal.
Was tun, wenn niemand etwas sagt?
Starten Sie mit stillem Aufschreiben statt mit einer offenen Runde. Anonyme Zettel helfen am Anfang, solange das Vertrauen noch wächst.

Nächster Schritt

Beschlossene Änderungen nicht aus den Augen verlieren?

Wir zeigen Ihnen, wie aus Punkten der Retrospektive in teamspace Aufgaben mit Termin und Verantwortlichem werden. Ob das zu Ihrem Team passt, besprechen wir offen.

30 Minuten, kostenlos, mit jemandem aus unserem Team in Darmstadt