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Akquise für Dienstleister: wie neue Kunden kommen, ohne dass es unangenehm wird

Viele Beratungen und Agenturen wachsen lange durch Empfehlungen, bis die plötzlich ausbleiben. Akquise heißt nicht zwingend Kaltakquise. Hier steht, welche Wege es gibt, was rechtlich gilt und warum die meisten Chancen im Nachfassen liegen.

6 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was bedeutet Akquise?

Akquise, die Kurzform von Akquisition und häufig auch als Aquise falsch geschrieben, bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen neue Kunden oder Aufträge gewinnt. Man unterscheidet die Kaltakquise, bei der noch kein Kontakt besteht, und die Warmakquise bei bestehenden Kontakten. Im B2B-Geschäft sind Anrufe nur mit zumindest mutmaßlicher Einwilligung erlaubt, Werbe-Mails grundsätzlich nur mit ausdrücklicher Einwilligung (§ 7 UWG).

Telefon
an Firmen: zumindest mutmaßliche Einwilligung nötig
E-Mail
auch an Firmen: vorherige ausdrückliche Einwilligung
2 Stunden
pro Woche im Kalender sind ein guter Anfang

Die Grundunterscheidung

Kaltakquise oder Warmakquise?

Kaltakquise

Sie sprechen jemanden an, zu dem noch kein Kontakt besteht.

  • Funktioniert am besten mit konkretem Anlass und einer sehr kurzen Liste
  • Rechtlich am engsten geregelt
  • Eine zugekaufte Adressliste mit Standardskript ist das Gegenteil davon

Warmakquise

Es gibt schon eine Verbindung, und das Gespräch beginnt anders.

  • Frühere Kunden und Interessenten
  • Empfehlungen und Kontakte von Veranstaltungen
  • Menschen, die sich bei Ihnen gemeldet haben

Wege zu neuen Kunden

Erst die Menschen, die Sie schon kennen

Dienstleister verkaufen Vertrauen, und das entsteht selten beim ersten Anruf. Deshalb lohnt sich diese Reihenfolge.

1

Frühere Kunden

Wird am häufigsten vergessen. Wer vor zwei Jahren zufrieden war, hat vielleicht ein neues Thema und denkt nur gerade nicht an Sie.

2

Empfehlungen

Fragen Sie am Ende eines gut gelaufenen Projekts: „Kennen Sie jemanden, der vor einem ähnlichen Thema steht?“

3

Partner

Wer dieselben Kunden mit einer anderen Leistung bedient, ist oft die beste Quelle: das Steuerbüro für die Beratung, die Agentur für den IT-Dienstleister.

4

Fachwissen zeigen

Vorträge, Fachartikel, Beiträge in Verbänden. Das dauert lange, und irgendwann ruft jemand an, weil er Sie schon kennt.

5

Veranstaltungen

Ein Gespräch vor Ort ist kein Werbeanruf. Fragen Sie, ob Sie sich melden dürfen, und notieren Sie das.

6

Kaltakquise

Zuletzt und gezielt: wenige Unternehmen, bei denen Sie wirklich helfen können, mit einem konkreten Grund für den Kontakt.

Was rechtlich gilt

Die Regeln nach Kanal und Empfänger

Die Regeln stehen in § 7 UWG. Vor allem die Mail ist tückisch, weil sie so harmlos wirkt: Eine freundliche, persönlich geschriebene Nachricht an einen Geschäftsführer, den Sie nicht kennen, ist in der Regel unzulässige Werbung. Ein Verstoß kann eine teure Abmahnung nach sich ziehen.

KanalAn GeschäftskundenAn Verbraucher
Telefonnur mit zumindest mutmaßlicher Einwilligungnur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung
E-Mailnur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligungnur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung
Fax, automatische Anrufmaschinenur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligungnur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung

Die einzige Ausnahme bei E-Mails: Werbung bei Bestandskunden für eigene ähnliche Leistungen, wenn Sie die Adresse beim Verkauf erhalten haben, der Kunde nicht widersprochen hat und bei Erhebung und jeder Verwendung auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen wird (§ 7 Abs. 3 UWG). Für Telefonanrufe gibt es diese Ausnahme nicht.

Das eigentliche Problem

Die meisten Chancen gehen beim Nachfassen verloren

Viele Chancen scheitern nicht am Nein des Kunden, sondern daran, dass niemand mehr nachfragt. Die Geschäftsführerin spricht auf einer Veranstaltung mit einem Interessenten, schickt ein Angebot, und dann kommt das nächste Kundenprojekt dazwischen.

1

Jeder Kontakt wird festgehalten

Wer, wann, worüber, und was als Nächstes passieren soll.

2

Jeder offene Kontakt hat ein Datum

„Melde mich im März“ steht im Kalender und nicht nur im Kopf.

3

Sagen Sie, wann Sie sich melden

Nach dem Angebot wirkt das nicht aufdringlich, sondern verlässlich. Mehr dazu unter Angebote nachfassen.

4

Ein Nein wird notiert, mit Grund

Dann wissen Sie in einem Jahr, ob sich die Nachfrage lohnt.

Neben dem Tagesgeschäft

Wenn viel zu tun ist, wird nichts akquiriert

Bei Beratungen und Agenturen akquirieren oft dieselben Leute, die auch die Projekte machen. Das führt zu einem bekannten Muster: In vollen Monaten passiert nichts, und ein paar Monate später fehlen die Aufträge.

Dagegen hilft nur ein fester Rhythmus, auch wenn er klein ist, zum Beispiel zwei Stunden pro Woche im Kalender. Das ist bewusst wenig, damit es auch in vollen Wochen stattfindet. Rechnen Sie diese Zeit mit ein: Vertriebszeit lässt sich keinem Kunden berechnen und gehört deshalb zu den Gemeinkosten.

In teamspace

Akquise scheitert selten am Erstkontakt, sondern am Dranbleiben

Im CRM von teamspace wird jeder Kontakt als Vorgang festgehalten, ein offener Vorgang wird zum Plan-Datum zur Wiedervorlage. So geht kein Interessent verloren, nur weil gerade ein Projekt dazwischenkam.

  • Vorgänge wie Akquise und Nachhaken, mit Wiedervorlage zum Plan-Datum.
  • Kampagnen mit Mails und Serienbriefen, Abmeldungen landen auf einer Blockiert-Liste.
  • Vertriebstrichter mit Wahrscheinlichkeiten je Phase in der Edition enterprise.
Kundenakte einer Organisation in teamspace mit Zeitleiste der Kontakte und Vorgänge.

Noch kein System im Einsatz?

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Häufige Fragen

Ist Kaltakquise erlaubt?
Das kommt auf den Weg an. Bei Geschäftskunden sind Anrufe mit zumindest mutmaßlicher Einwilligung zulässig, bei Verbrauchern nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung. Werbe-E-Mails an Unbekannte sind grundsätzlich unzulässig, auch im B2B. Ein Brief ist dagegen in der Regel erlaubt, wenn der Empfänger nicht widersprochen hat.
Was bedeutet mutmaßliche Einwilligung?
Das bedeutet, dass Sie aufgrund konkreter Umstände annehmen dürfen, dass der Angerufene mit Ihrem Anruf einverstanden wäre. Ein allgemeines Interesse, das Sie nur vermuten, reicht meist nicht. Es muss einen Bezug zum Unternehmen des Angerufenen geben, und im Streitfall schaut sich das Gericht den Einzelfall an.
Darf ich Bestandskunden per Mail anschreiben?
Unter engen Voraussetzungen ja: Sie haben die Adresse beim Verkauf einer Ware oder Dienstleistung erhalten, werben für eigene ähnliche Leistungen, der Kunde hat nicht widersprochen und wird bei der Erhebung und bei jeder Verwendung auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen (§ 7 Abs. 3 UWG).
Was ist der Unterschied zwischen Akquise und Akquisition?
Akquise ist die gebräuchliche Kurzform und meint die Kundengewinnung. Akquisition kann dasselbe bedeuten, wird aber auch für den Kauf von Unternehmen verwendet, etwa bei Mergers and Acquisitions.
Was ist direkte und indirekte Akquise?
Bei der direkten Akquise sprechen Sie Personen gezielt an, etwa am Telefon oder im Gespräch. Bei der indirekten bringen Sie Interessenten dazu, sich bei Ihnen zu melden, etwa über Fachbeiträge, Vorträge oder Ihre Website.
Wie oft sollte man nachfassen?
Dafür gibt es keine feste Regel. Bei Angeboten sollten Sie vorher sagen, wann Sie sich melden, und das dann auch tun. Nach zwei bis drei Versuchen ohne Rückmeldung kann ein freundlicher Abschluss-Satz helfen, und der Kontakt kommt in einigen Monaten wieder auf die Liste.

Nächster Schritt

Ein Vertrieb, in dem nichts mehr untergeht?

Wir zeigen Ihnen, wie Kontakte, Wiedervorlagen und Angebote in teamspace zusammenhängen. Ob das zu Ihrem Vertrieb passt, besprechen wir offen.

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