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B2B: Wenn Ihr Kunde selbst ein Unternehmen ist

B2B klingt nach Fachchinesisch, meint aber nur: Käufer und Verkäufer sind Unternehmen. Daraus folgt einiges, vom Kaufprozess über die Werbung bis zur Rechnung. Hier die Unterschiede zu B2C, die im Alltag wirklich zählen.

6 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was bedeutet B2B?

B2B steht für „Business to Business“ und meint Geschäfte zwischen Unternehmen, nicht mit Privatpersonen. Der Käufer handelt dabei im Rahmen seiner gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit, rechtlich als Unternehmer (§ 14 BGB). Das Gegenstück ist B2C, das Geschäft mit Verbrauchern.

B2B
Unternehmen verkauft an Unternehmen
B2C
Unternehmen verkauft an Verbraucher
mehrere
Personen entscheiden im Unternehmen oft mit

Der Unterschied

B2B und B2C nebeneinander

Das sind Tendenzen, keine Naturgesetze. Ein Handwerksbetrieb mit zwei Leuten kauft schneller als ein Konzern.

B2BB2C
Wer kauftEin Unternehmen, vertreten durch PersonenEine Privatperson für sich
Wer entscheidetOft mehrere: Fachabteilung, Einkauf, GeschäftsführungMeist eine Person oder der Haushalt
Dauer bis zum KaufWochen bis Monate, oft mit Angebot und VerhandlungOft Minuten bis Tage
BegründungNutzen, Kosten, Risiko, interne AbstimmungAuch Gefühl, Marke, Moment
BeziehungHäufig langfristig, mit FolgeaufträgenHäufig einzelne Käufe
RechnungMeist mit Zahlungsziel und ausgewiesener UmsatzsteuerMeist sofort bezahlt, oft per Karte oder Online-Zahlung

5 bis 9

Beispielzahl: so viele Personen reden bei einem Auftrag mit

Warum es länger dauert

Ihr Ansprechpartner ist selten der Entscheider

Die Weber GmbH will ihre Schulungsorganisation neu aufstellen. Die Personalleiterin spricht mit der Müller Consulting GmbH. Sie nickt, kann aber nichts unterschreiben. Die Geschäftsführung will wissen, was es kostet. Der Einkauf will drei Angebote. Der Betriebsrat will wissen, was mit den Daten passiert.

Die Zahl oben ist ein Beispiel für einen mittleren Auftrag, keine Statistik. Wichtig ist die Folge: Wer B2B verkauft, braucht Material, das die Ansprechpartnerin intern weitergeben kann, und Geduld. Der Kontakt sollte nicht abreißen, nur weil die Entscheidung dauert.

Was Sie dürfen

Kaltakquise im B2B: erlaubt ist weniger, als viele glauben

Anruf

Gegenüber Unternehmen reicht für Werbeanrufe eine zumindest mutmaßliche Einwilligung, gegenüber Verbrauchern ist eine ausdrückliche nötig (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). „Mutmaßlich“ heißt: Es muss einen konkreten Anlass geben, nicht nur ein Branchenverzeichnis.

E-Mail

Werbung per E-Mail braucht die ausdrückliche vorherige Einwilligung des Empfängers, auch an Firmenadressen (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Eine Ausnahme gibt es für Bestandskunden unter engen Bedingungen (§ 7 Abs. 3 UWG).

Absender und Abmeldung

Der Absender muss erkennbar sein, und es muss eine gültige Adresse zur Abbestellung geben (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG).

Mehr zum Vorgehen

Wie Sie Kontakte ohne Streit aufbauen, steht auf der Seite zur Akquise.

Rechnung und Zahlung

Was bei der B2B-Rechnung zusätzlich zählt

Format

Eine Rechnung kann als elektronische oder als sonstige Rechnung übermittelt werden. Eine elektronische Rechnung wird in einem strukturierten Format ausgestellt, übermittelt und empfangen und lässt sich maschinell verarbeiten (§ 14 Abs. 1 UStG).

  • Für Umsätze bis zum 31. Dezember 2026 dürfen Rechnungen noch auf Papier oder, mit Zustimmung des Empfängers, in einem anderen elektronischen Format gehen.
  • Für 2027 gilt das nur, wenn der Rechnungssteller im Vorjahr höchstens 800.000 Euro Gesamtumsatz hatte (§ 27 Abs. 38 UStG).

Inhalt und Zahlung

Welche Angaben auf die Rechnung gehören, steht auf der Seite Pflichtangaben auf der Rechnung.

  • Im B2B ist ein Zahlungsziel üblich, im Verbrauchergeschäft eher nicht. Es sollte im Angebot oder Vertrag stehen.
  • Ihre Kunden prüfen Rechnungen oft in der Buchhaltung, bevor jemand zahlt. Vollständige Angaben beschleunigen das.

In teamspace

Geschäftsbeziehungen mit mehreren Ansprechpartnern

Im B2B hängt ein Auftrag an mehreren Personen und mehreren Gesprächen. In teamspace führen Sie das im CRM zusammen.

  • Organisation und Kontakte: Das CRM trennt die Firma von den einzelnen Personen und ihren Rollen.
  • Vorgänge: Telefonate, Termine, Angebote und E-Mails stehen mit Datum in der Historie.
  • Gesamtbild: Die Zeitleiste einer Organisation sammelt Kontakte, Vorgänge, Tickets, Projekte und Belege an einer Stelle.
Kundenakte einer Organisation in teamspace mit Zeitleiste der Kontakte und Vorgänge.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen B2B und B2C?
Bei B2B kauft ein Unternehmen, bei B2C ein Verbraucher. Verbraucher ist, sinngemäß nach § 13 BGB, wer als natürliche Person ein Geschäft zu überwiegend privaten Zwecken abschließt. Daraus folgen andere Entscheidungswege, andere Werbe- und Rechnungsregeln.
Wer ist ein Unternehmer im Sinne des BGB?
§ 14 BGB nennt eine natürliche oder juristische Person, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbstständigen beruflichen Tätigkeit handelt. Eine Einzelperson kann also Unternehmer sein, wenn sie beruflich einkauft.
Gibt es B2B und B2C zugleich?
Ja, viele Anbieter bedienen beide Seiten. Dann lohnt es sich, im Vertrieb und in der Buchhaltung klar zu trennen, weil Ansprache, Preisangaben und Rechnungen sich unterscheiden.
Was bedeutet B2B bei Software?
Software, die für Unternehmen gedacht ist und von ihnen gekauft wird, im Gegensatz zu Apps für Privatleute. Meist gibt es ein Erstgespräch, eine Einführung und Verträge mit mehreren Beteiligten.
Dürfen B2B-Kunden per E-Mail beworben werden?
Nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung oder im engen Rahmen der Bestandskunden-Ausnahme (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 3 UWG). Dass jemand beruflich unter einer Firmenadresse erreichbar ist, ersetzt das nicht.
Gilt die E-Rechnungspflicht im B2B?
Das Umsatzsteuergesetz kennt die elektronische Rechnung als Regelfall und erlaubt Papier und andere Formate noch übergangsweise: bis Ende 2026 allgemein, bis Ende 2027 für Rechnungssteller mit höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz (§ 27 Abs. 38 UStG). Ihren Fall klären Sie mit der Steuerberatung.

Nächster Schritt

Kundenbeziehungen im Blick behalten?

Wir zeigen Ihnen, wie Kontakte, Gespräche und Angebote in teamspace zusammenlaufen. Ob das zu Ihrem Vertrieb passt, besprechen wir offen.

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