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DMS: wenn die Datei nicht mehr nach Zufall gefunden wird

Fast jedes Unternehmen hat ein Laufwerk mit tausend Ordnern, in dem nur zwei Leute wissen, wo was liegt. Ein Dokumentenmanagementsystem soll das ändern. Hier steht, was es leistet, was das Gesetz über das Aufbewahren verlangt und was Sie vor der Auswahl klären sollten.

6 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist ein Dokumentenmanagementsystem?

Ein Dokumentenmanagementsystem, kurz DMS, ist eine Software, die Dokumente zentral ablegt, verschlagwortet, versioniert und durchsuchbar macht. Es regelt außerdem, wer ein Dokument sehen oder ändern darf. Anders als eine einfache Dateiablage weiß ein DMS, zu welchem Kunden, Projekt oder Vorgang ein Dokument gehört.

10 / 8 / 6
Jahre Aufbewahrung: Bücher und Abschlüsse, Buchungsbelege, Geschäftsbriefe
Versionen
statt Dateinamen wie „final_neu_2“
Rechte
je Dokument oder Verzeichnis, nicht nur je Laufwerk

Der Unterschied

Wo eine Dateiablage aufhört

Dateiablage

Ordner auf einem Server oder in einem Cloud-Speicher.

  • Ordnung hängt an Ordnernamen und der Disziplin der Beteiligten
  • Die Datei kennt ihren Kunden nicht, und der Kunde kennt seine Dateien nicht
  • Versionen entstehen durch Kopieren und Umbenennen
  • Rechte gelten für ganze Ordner

Dokumentenmanagement

Dokumente sind mit Vorgängen verknüpft und haben einen Lebenslauf.

  • Ein Dokument hängt an Kunde, Projekt oder Auftrag und ist von dort aus auffindbar
  • Jede Änderung erzeugt eine Version, die sich wiederherstellen lässt
  • Rechte lassen sich fein steuern, ebenso Freigaben und Prüfungen
  • Neue Dokumente entstehen aus Vorlagen

8 Jahre

gilt für Buchungsbelege, also zum Beispiel Rechnungen

Was das Gesetz verlangt

Aufbewahren ist Pflicht, und sie hat Fristen

Nach § 147 der Abgabenordnung müssen Sie bestimmte Unterlagen geordnet aufbewahren. Die Dauer hängt von der Art ab. Die Tabelle darunter zeigt die drei Stufen, die Sie sich merken sollten.

Dreistufig

Zehn, acht oder sechs Jahre

UnterlageBeispielFrist
Bücher, Aufzeichnungen, Inventare, JahresabschlüsseBuchführung, Bilanz, Eröffnungsbilanz10 Jahre
BuchungsbelegeRechnungen, Eingangsrechnungen, Quittungen8 Jahre
Sonstige Unterlagen, auch Handels- und GeschäftsbriefeAngebote, Auftragsbestätigungen, Schriftverkehr6 Jahre

Die Frist läuft nicht ab, solange die Unterlagen für eine Steuer von Bedeutung sind, deren Festsetzungsfrist noch läuft. Digital aufbewahrte Unterlagen müssen die ganze Zeit verfügbar, zügig lesbar und maschinell auswertbar sein (§ 147 Abs. 2 AO). Wann die Frist beginnt und welche Ausnahmen gelten, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Was ein DMS können sollte

Fünf Funktionen, auf die es ankommt

Verknüpfen

Dokumente gehören zu einem Kunden, Projekt oder Auftrag. Sonst bleibt es eine Ablage mit besserem Namen.

Versionieren

Wer hat wann was geändert, und kann ich den alten Stand holen?

Berechtigen

Personalakten und Preislisten gehen nicht jeden etwas an. Rechte sollten sich je Verzeichnis und Dokument setzen lassen.

Freigeben

Ein Vertrag oder Handbuch soll geprüft werden, bevor er gilt. Das System hält fest, wer ihn geprüft hat.

Wiederfinden

Suche über Name und Eigenschaften, im besten Fall auch über den Inhalt. Fragen Sie im Test nach, was durchsucht wird.

Vor der Entscheidung

Cloud, eigener Server oder Open Source?

Ein DMS läuft entweder bei Ihnen oder beim Anbieter. Bei einem eigenen Server liegt der Betrieb bei Ihnen, mit Updates, Sicherung und Zugriffsschutz. Das gilt auch für Open-Source-Systeme: Die Lizenz kostet nichts, der Betrieb aber Zeit. Bei einer Cloud-Lösung übernimmt der Anbieter das, dafür ist die Frage nach Standort und Vertrag wichtiger. Mehr dazu auf der Seite zu Cloud-Software.

Prüfen Sie vor der Auswahl drei Dinge: ob das System gepflegt wird, ob Sie Ihre Dokumente in einem normalen Format wieder herausbekommen, und ob es Ihre Aufbewahrungspflichten abbilden kann. Pauschale Aussagen wie „GoBD-konform“ sollten Sie sich genau erklären lassen, denn die GoBD betreffen auch Ihre eigenen Abläufe.

Löschen gehört dazu. Personenbezogene Daten dürfen nicht länger gespeichert bleiben, als Sie sie brauchen, auch nicht in Dokumenten.

In teamspace

Dokumente dort, wo gearbeitet wird

Das Dateimanagement in teamspace hat drei Bereiche: ein privates Verzeichnis, den Dateimanager mit den Dateien aller berechtigten Nutzer und einen Bereich für Veröffentlichtes.

  • Versionen: Versionskontrolle mit Wiederherstellung, Word, PowerPoint und Excel lassen sich online bearbeiten, neue Dokumente entstehen aus hinterlegten Vorlagen.
  • Rechte und Prüfung: Vier Berechtigungsmodi und ein Prüf-Workflow für Dateien mit Status-Verfolgung.
  • Belege: Im aktivierten GoBD-Modus lassen sich Rechnungen, Stornos und freigegebene Belege nicht mehr löschen. Den Modus schaltet 5 POINT auf Wunsch frei.
Rechnung in teamspace mit Vorschau neben den Rechnungsdaten.

Häufige Fragen

Was bedeutet DMS?
DMS steht für Dokumentenmanagementsystem. Es ist eine Software, mit der Sie Dokumente digital ablegen, verwalten, versionieren und wiederfinden.
Was ist der Unterschied zwischen DMS und Archivsystem?
Ein DMS verwaltet Dokumente, die gerade in Arbeit sind, mit Versionen und Freigaben. Ein Archivsystem bewahrt abgeschlossene Dokumente unveränderbar über die vorgeschriebene Dauer auf. Viele Lösungen verbinden beides.
Ist ein Cloud-Speicher schon ein DMS?
Mit passenden Einstellungen kommt er einem DMS nahe, denn viele bieten Versionen und Rechte. Wichtig ist, ob Dokumente mit Kunden und Vorgängen verknüpft sind und ob Ihre Aufbewahrungspflichten abgebildet werden. Das hängt von der Konfiguration ab.
Wie lange müssen Dokumente aufbewahrt werden?
Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre, Buchungsbelege wie Rechnungen acht Jahre, Handels- und Geschäftsbriefe sechs Jahre (§ 147 AO). Für einzelne Branchen und Dokumente gelten Sonderregeln, fragen Sie im Zweifel Ihre Steuerberatung.
Was heißt revisionssicher?
Ein Dokument ist revisionssicher aufbewahrt, wenn es vollständig, unverändert und nachvollziehbar abgelegt ist und über die ganze Frist wiedergegeben werden kann. Technik allein reicht nicht, auch Ihre Abläufe müssen passen.
Brauche ich als kleines Unternehmen ein DMS?
Nicht sofort. Wenn aber mehrere Personen an denselben Dokumenten arbeiten, Verträge geprüft werden müssen oder Suchen regelmäßig länger dauern, lohnt sich ein System.

Nächster Schritt

Dokumente am Projekt statt im Ordnerlabyrinth?

Wir zeigen Ihnen, wie Dateien, Belege und Vorlagen in teamspace am Kunden und am Vorgang hängen. Ob das zu Ihrer Ablage passt, besprechen wir offen.

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