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Stakeholderanalyse: wissen, wer ein Projekt tragen oder kippen kann

Die meisten Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an einem, der zu spät gefragt wurde. Hier steht, wie Sie Beteiligte finden, einordnen und mit jedem den passenden Umgang festlegen.

5 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist eine Stakeholderanalyse?

Eine Stakeholderanalyse ist die systematische Bewertung aller Personen und Gruppen, die ein Projekt beeinflussen oder von ihm betroffen sind. Man schätzt für jeden ein, wie viel Einfluss er hat, wie stark ihn das Projekt interessiert und wie er dazu steht. Daraus folgt, wen man informiert, wen man einbindet und wen man besser früh überzeugt.

2 Achsen
Einfluss und Interesse ordnen jeden Beteiligten ein
4 Felder
ergeben vier Arten des Umgangs
Jede Phase
neu anschauen, denn Haltungen ändern sich

Stakeholder Definition

Was sind Stakeholder? Mehr als der Auftraggeber

Ein Stakeholder ist jeder, der vom Projekt etwas hat, etwas verliert oder es beeinflussen kann. Dazu gehören der Kunde und die Geschäftsführung, aber auch die Fachabteilung, die später mit dem Ergebnis arbeitet, der Betriebsrat, ein Lieferant oder die IT, die am Ende alles betreiben soll.

Man unterscheidet interne und externe Stakeholder. Intern sind das Ihre Kollegen und Vorgesetzten, extern Kunden, Partner und alle, die von außen hineinreden. Ein Beteiligter, der nicht im Projektteam sitzt, ist oft der unterschätzte.

Die Analyse kommt nach dem Sammeln der Namen. Erst die Liste, dann die Bewertung.

Einflussmatrix

Vier Felder, vier Arten des Umgangs

Jeder Beteiligte bekommt zwei Einschätzungen, hoch oder niedrig: Wie viel Einfluss hat er, und wie sehr interessiert ihn das Projekt? Aus der Kombination ergibt sich der Umgang.

EinflussInteresseUmgangIn der Praxis
HochHochEng einbindenRegelmäßig mitnehmen, früh nach Meinung fragen
HochNiedrigZufriedenstellenGezielt und kurz informieren, nicht mit Details belasten
NiedrigHochInformierenAuf dem Laufenden halten, oft ein guter Stimmungsgeber
NiedrigNiedrigBeobachtenKein Aufwand, nur im Blick behalten

Die Felder heißen in der Literatur unterschiedlich. Das Prinzip bleibt gleich: Wer viel Einfluss hat, bekommt mehr Aufmerksamkeit.

Einschätzen

Woher wissen Sie, was ein Beteiligter will?

Fragen Sie nach

Ein kurzes Gespräch bringt mehr als jede Vermutung. Was soll am Ende anders sein, was wäre ein Misserfolg?

Fragen Sie Dritte

Kollegen, die den Beteiligten länger kennen, wissen oft, was ihn antreibt. Das ersetzt das Gespräch nicht, ergänzt es aber.

Halten Sie die Haltung fest

Dafür, neutral oder dagegen. Es zählt nicht, wie freundlich jemand auftritt, sondern was er tun würde, wenn es ernst wird.

Ein Beispiel

Die Müller Consulting GmbH führt bei der Weber GmbH neue Abläufe ein

Das Projekt ändert, wie die Weber GmbH ihre Aufträge bearbeitet. Die Projektleiterin sammelt fünf Beteiligte und ordnet sie ein.

Auffällig ist der Leiter der Auftragsabwicklung: viel Einfluss, aber kaum Interesse, weil er fürchtet, dass seine Abteilung Arbeit verliert. Er stand zunächst im Feld „Zufriedenstellen“. Nach einem Gespräch bekommt er eine Rolle im Projekt und rutscht ins Feld „Einbinden“.

BeteiligterEinflussInteresseHaltungMaßnahme
Geschäftsführer Weber GmbHhochhochdafürWöchentlich kurz berichten
Leiter AuftragsabwicklunghochniedrigskeptischGespräch, Rolle im Projekt anbieten
SachbearbeiterniedrighochneutralFrüh zeigen, was sich ändert
IT-DienstleisterniedrigniedrigneutralBeobachten, bei Schnittstellen fragen
BetriebsrathochhochoffenVor dem Start informieren

Nicht einmalig

Wann Sie die Analyse noch einmal anfassen

Das spricht für eine neue Runde

  • Eine neue Phase beginnt, zum Beispiel vom Konzept zur Umsetzung
  • Jemand verlässt das Unternehmen oder bekommt eine andere Rolle
  • Eine Entscheidung fällt anders aus als erwartet

Das ist ein Zeichen, dass es zu spät ist

Wenn Sie die Liste erst bei Widerstand öffnen, liegt die Arbeit schon hinter dem Problem.

  • Ein Beteiligter erfährt von einer Änderung aus zweiter Hand
  • Dieselben Leute bleiben seit Wochen unbeantwortet
  • Niemand weiß mehr, wer welche Einschätzung gemacht hat

In teamspace

Wenn aus der Einschätzung Zuständigkeit wird

Eine Stakeholderanalyse hilft nur, wenn jemand die Maßnahmen verfolgt. In teamspace ordnen Sie jedem Teilprojekt Bearbeiter und Verantwortliche zu und halten Absprachen als Offene Punkte fest.

  • Projektrollen: Bearbeiter und Verantwortliche je Teilprojekt, mit Haupt- und Nebenrollen.
  • Offene Punkte: Jede Maßnahme hat einen Bearbeiter, eine Fälligkeit und einen Status.
  • Austausch: Ein Forum je Projekt, damit Absprachen nicht in privaten Mails verschwinden.
Projektliste in teamspace mit Projekten, Bearbeitern und Verantwortlichen.

Noch kein System im Einsatz?

Starten Sie mit unserer kostenlosen Vorlage.

Häufige Fragen

Was ist ein Stakeholder?
Jede Person oder Gruppe, die von einem Vorhaben etwas hat, etwas verliert oder es beeinflussen kann. Das kann der Kunde sein, aber auch der Betriebsrat oder die IT, die das Ergebnis später betreibt.
Was ist der Unterschied zwischen Stakeholderanalyse und Stakeholder Management?
Die Analyse klärt einmal und bei jedem Phasenwechsel, wer wie viel Einfluss hat und wie er zum Projekt steht. Stakeholder Management ist alles, was danach kommt: die Gespräche, Informationen und Maßnahmen im laufenden Projekt.
Wann macht man eine Stakeholderanalyse?
Am besten zu Beginn der Planung, also vor oder im Kick-off, und danach zu jedem Phasenwechsel. Ein Projekt ändert sich, und mit ihm die Leute, auf die es ankommt.
Was ist der Unterschied zwischen Stakeholder und Shareholder?
Ein Shareholder besitzt Anteile an einem Unternehmen. Ein Stakeholder hat ein Interesse an einem Vorhaben, ohne etwas besitzen zu müssen. Jeder Shareholder ist ein möglicher Stakeholder, aber nicht umgekehrt.
Wie viele Stakeholder sind sinnvoll?
So viele, wie Sie unterscheiden können. Bei einem normalen Kundenprojekt reicht oft eine Handvoll Namen. Wird die Liste unübersichtlich, fassen Sie Gruppen zusammen, etwa „Sachbearbeiter“ statt acht Einzelpersonen.
Wer macht die Stakeholderanalyse?
Meist die Projektleitung, ergänzt um Kollegen, die die Beteiligten kennen. Wichtig ist, dass die Einschätzung nicht allein im Kopf einer Person bleibt.
Soll die Liste jeder sehen dürfen?
Nein, nicht ungeprüft. Wer als skeptisch eingestuft ist, muss das nicht in einem Dokument lesen, das im Team kreist. Halten Sie sie intern und knapp.

Nächster Schritt

Zuständigkeiten im Projekt klar verteilt?

Wir zeigen Ihnen, wie in teamspace Verantwortliche, Bearbeiter und Absprachen zusammenlaufen. Ob das zu Ihrer Projektarbeit passt, besprechen wir offen.

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