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Kaizen und KVP: viele kleine Verbesserungen statt eines großen Umbaus

Kaizen kommt aus der Fertigung, taugt aber auch für das Büro. Die Frage ist nicht, ob man verbessern soll, sondern wer es anstößt und wer dranbleibt, wenn der Alltag drückt.

6 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist Kaizen?

Kaizen ist ein japanischer Begriff und bedeutet sinngemäß Verbesserung. Gemeint ist die Haltung, Abläufe in vielen kleinen Schritten ständig besser zu machen, unter Beteiligung aller Beschäftigten. In Deutschland ist dafür der Begriff KVP üblich: kontinuierlicher Verbesserungsprozess.

4 Schritte
Plan, Do, Check, Act bilden den PDCA-Zyklus
Kleine Schritte
lieber heute eine Änderung als im Quartal ein Konzept
Alle
Vorschläge kommen von denen, die den Ablauf kennen

Kaizen und KVP

Ein Gedanke, zwei Wörter

Kaizen und KVP meinen im Kern dasselbe. Kaizen betont eher die Haltung, nämlich jeden Tag zu fragen, was einfacher oder besser gehen könnte. KVP bezeichnet in Unternehmen häufig das Verfahren dazu, etwa ein Vorschlagswesen oder feste Termine für Verbesserungen.

Ausgangspunkt ist die Fertigung, aber der Gedanke passt auch zu Beratung und Verwaltung. Dort heißen die Störungen nur anders: eine Rückfrage, die dreimal gestellt wird, ein Formular, das niemand findet, ein Angebot, das immer zwei Anläufe braucht.

Der Zyklus

PDCA: vier Schritte, die sich wiederholen

Der PDCA-Zyklus ist das Werkzeug hinter vielen Verbesserungen. Er endet nicht, sondern beginnt nach dem letzten Schritt wieder von vorn.

1

Plan: Ausgangslage und Änderung festlegen

Was stört? Was genau wollen wir ändern, und woran sehen wir, ob es besser wurde?

2

Do: im Kleinen ausprobieren

Die Änderung zunächst in einem Bereich oder einem Projekt testen, nicht gleich überall.

3

Check: Ergebnis prüfen

Ist es besser geworden? Stimmt die Beobachtung mit der Erwartung überein?

4

Act: übernehmen oder anpassen

Hat es geholfen, wird es der neue Standard. Wenn nicht, beginnt eine neue Runde mit anderer Idee.

Wo man anfängt

Sieben Arten von Verschwendung, übertragen auf ein Büro

Aus der Fertigung stammen sieben klassische Arten von Verschwendung. Im Dienstleistungsgeschäft sehen sie so aus:

ArtIm Büro zum Beispiel
ÜberproduktionBerichte, die niemand liest
WartezeitenFreigaben, die tagelang liegen
TransportDateien, die per Mail hin und her wandern
ÜberbearbeitungAngebote, die schöner sind als nötig
BeständeAngefangene Vorgänge, die offen herumliegen
BewegungSuche nach Unterlagen und Ansprechpartnern
FehlerRechnungen, die korrigiert werden müssen

Ein Beispiel

Müller Consulting GmbH: die Rechnung, die immer zurückkommt

Die Müller Consulting GmbH stellt fest, dass viele Rechnungen an die Weber GmbH zurückkommen, weil die Bestellnummer fehlt. Die Geschäftsführung ordnet keine neue Prüfstelle an, sondern geht den Zyklus durch.

SchrittWas passiert
PlanUrsache klären: Die Bestellnummer steht im Auftrag, aber niemand überträgt sie. Ziel: Sie steht künftig auf jeder Rechnung.
DoEin Vierteljahr lang bei einem Projektleiter ein Pflichtfeld im Auftrag, das beim Abrechnen geprüft wird.
CheckKeine Rückläufer aus diesem Bereich in diesem Zeitraum. Kleiner Mehraufwand beim Anlegen.
ActDas Pflichtfeld gilt für alle Aufträge der Weber GmbH. Nächste Runde: Leistungszeitraum.

Ehrlich gesagt

Wann Kaizen ins Leere läuft

Das braucht es

  • Führung, die Vorschläge ernst nimmt und selbst mitmacht
  • Jemanden, der Ideen sammelt und die Umsetzung nachverfolgt
  • Genug Luft im Alltag, damit Verbessern nicht nach Feierabend stattfindet

Das sind Warnzeichen

Dann ist das System kein Verbesserungsprozess, sondern ein Kummerkasten.

  • Vorschläge werden gesammelt, aber nie beantwortet
  • Es geht nur um Kosten und nie um die Arbeit der Beschäftigten
  • Viele kleine Verbesserungen, die in verschiedene Richtungen ziehen

In teamspace

Ideen, Prüfung und Freigabe an einer Stelle

Verbesserungen scheitern oft an der Nachverfolgung. In der Edition enterprise von teamspace gibt es das Qualitätsmanagement mit Prüfungs- und Genehmigungsworkflows, Ideenmanagement und Projekt-Anträgen als eigene Belegtypen.

  • Ideenmanagement: Vorschläge als eigener Belegtyp, mit Prüfung und Freigabe.
  • Versionen und Berechtigungen: Jede Bearbeitung eines QM-Dokuments wird versioniert, das Berechtigungssystem steuert Sicht und Bearbeitung.
  • Wissen sichern: Firmen-Wiki und Dateiablage für das, was als neuer Standard gilt.
Startseite von teamspace mit Suche und Kacheln.

Häufige Fragen

Was bedeutet Kaizen auf Deutsch?
Sinngemäß Verbesserung oder Veränderung zum Besseren. Das japanische Wort beschreibt eine Haltung, nicht ein einzelnes Verfahren.
Was ist der Unterschied zwischen Kaizen und KVP?
Kaizen ist der japanische Ursprung und beschreibt die Haltung. KVP ist der deutsche Begriff für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess und meint meist das Verfahren, mit dem ein Unternehmen Verbesserungen sammelt und umsetzt.
Was bedeutet PDCA?
PDCA steht für Plan, Do, Check, Act, auf Deutsch planen, umsetzen, prüfen, handeln. Gemeint ist ein Kreislauf, der nach dem letzten Schritt wieder von vorn beginnt.
Wie fängt man mit KVP im Unternehmen an?
Mit einem kleinen, sichtbaren Ärgernis, das viele kennen. Einen Bereich wählen, eine Änderung testen, das Ergebnis zeigen. Ein Programm für das ganze Unternehmen können Sie danach aufbauen.
Wie misst man den Erfolg von Kaizen?
Mit einer Kennzahl, die zur Änderung passt, zum Beispiel Zahl der Rückläufer oder Bearbeitungsdauer. Wichtig ist der Ausgangswert vor der Änderung, sonst bleibt der Vergleich Gefühl.
Funktioniert Kaizen auch für Dienstleister?
Ja. Verschwendung steckt auch in Wartezeiten, Doppelarbeit und Nacharbeit. Die Methode funktioniert, wenn die Beschäftigten merken, dass ihre Vorschläge etwas bewirken.

Nächster Schritt

Verbesserungen, die nicht im Alltag untergehen?

Wir zeigen Ihnen, was das Qualitätsmanagement in teamspace für Ideen, Prüfung und Freigabe bietet. Ob das zu Ihrem Unternehmen passt, besprechen wir offen.

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