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Gewinnschwelle: ab der 445. Stunde im Monat verdient die Beratung

Die Frage lautet: Wie viel müssen wir verkaufen, damit am Monatsende nicht draufgezahlt wird? Das beantwortet die Gewinnschwelle. Bei einem Dienstleister sieht die Rechnung etwas anders aus als im Lehrbuch, weil die Gehälter fest sind.

6 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist die Gewinnschwelle?

Die Gewinnschwelle, auch Break-even-Point genannt, ist die Menge oder der Umsatz, bei dem die Erlöse genau die gesamten Kosten decken. Darunter entsteht ein Verlust, darüber ein Gewinn. Sie ergibt sich, indem Sie die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag je Einheit teilen.

Fixkosten ÷ DB
ergibt die Gewinnschwelle in Stück oder Stunden
DB = Preis − variable Kosten
je Einheit, ohne die festen Kosten
445 Stunden
im Beispiel unten, aus 40.000 € Fixkosten und 90 € Deckungsbeitrag

445

verrechenbare Stunden im Monat, dann ist alles gedeckt

Vorab das Ergebnis

Die Müller Consulting GmbH muss 445 Stunden verkaufen

So viele Stunden braucht ein Team von fünf Beratern jeden Monat, damit weder Verlust noch Gewinn entsteht. Wie die Zahl zustande kommt, steht gleich darunter. Danach lesen Sie am besten, was sie nicht sagt.

Schritt für Schritt

So kommt man auf 445 Stunden

Zuerst trennen Sie die Kosten in feste und variable. Fest sind die, die jeden Monat anfallen, egal wie viele Stunden Sie verkaufen: bei einem Dienstleister vor allem die Gehälter. Variabel sind Kosten, die an der einzelnen Stunde hängen, etwa Freie, Reisen oder Lizenzen für ein Projekt. Dann rechnen Sie: 40.000 € ÷ 90 € = 444,4, aufgerundet 445 Stunden. Als Umsatz sind das 444,4 × 110 € = rund 48.900 €.

PositionWert
Fixkosten im Monat (Gehälter, Miete, Software, Verwaltung)40.000 €
Verkaufspreis je Stunde110 €
Variable Kosten je Stunde20 €
Deckungsbeitrag je Stunde (110 € − 20 €)90 €
Gewinnschwelle (40.000 € ÷ 90 €)444,4 Stunden

Was Stunden bringen

Was bei 300, 450 und 600 Stunden übrig bleibt

Jede verkaufte Stunde bringt 90 € Deckungsbeitrag, die zuerst die 40.000 € Fixkosten abtragen. Erst danach ist es Gewinn.

300 Stunden

27.000 € gedeckt
13.000 € fehlen

450 Stunden

40.000 € gedeckt

600 Stunden

40.000 € gedeckt
14.000 € Gewinn

Grau sind die gedeckten Fixkosten, orange die Lücke, blau der Gewinn. Die Rechnung dazu: 300 × 90 = 27.000, 450 × 90 = 40.500 und 600 × 90 = 54.000 €, jeweils abzüglich der 40.000 € Fixkosten. Bei 600 Stunden liegt der Sicherheitsabstand zur Gewinnschwelle bei (600 − 444,4) ÷ 600 = 25,9 Prozent: So weit dürfte der Umsatz sinken, bevor es rot wird.

Was Sie ändern können

Preis, Auslastung oder Fixkosten

Es gibt genau drei Hebel. Ein höherer Stundensatz erhöht den Deckungsbeitrag: Bei 120 statt 110 € wären es 100 € je Stunde, und die Gewinnschwelle sinkt auf 400 Stunden. Weniger Fixkosten senken sie ebenfalls, nur wird in einer Beratung selten an den Gehältern gespart. Und die Auslastung entscheidet darüber, wie nahe Sie an der Schwelle landen.

Bei fünf Beratern mit je 140 verrechenbaren Stunden sind 700 Stunden möglich. Die Gewinnschwelle liegt dann bei 444,4 ÷ 700 = 63,5 Prozent Auslastung. Wer darunter bleibt, arbeitet mit Verlust. Zur Frage, wie viele Stunden ein Jahr überhaupt hergibt, hilft die Seite zu den Arbeitstagen pro Jahr.

Was die Formel nicht weiß

Wo die Rechnung zu glatt ist

Das nimmt sie an

  • Der Stundensatz ist für alle Stunden gleich, obwohl Sie Rabatte und Pauschalen vergeben
  • Die Fixkosten bleiben fix, auch wenn Sie ein weiteres Büro mieten oder neue Leute einstellen
  • Die Stunden, die Sie anbieten, finden auch Abnehmer

So gehen Sie damit um

Rechnen Sie mehrere Fälle durch, statt sich auf eine Zahl zu verlassen.

  • Fixkosten sind nur in einem Bereich fix: Ab einer bestimmten Teamgröße springen sie, und die Schwelle verschiebt sich
  • Bei mehreren Leistungen mit unterschiedlichen Sätzen rechnen Sie mit dem durchschnittlichen Deckungsbeitrag
  • Gemeinkosten stecken meist in den Fixkosten, wie Sie sie berechnen, zeigt die Seite zu den Gemeinkosten

In teamspace

Vom Beispiel zu den eigenen Zahlen

Für die Rechnung brauchen Sie gebuchte Stunden, Kosten und Erlöse je Kunde. In teamspace liegen sie am selben Vorgang.

  • Kundenanalyse: Der Bericht ermittelt Deckungsbeitrag und durchschnittliche Einnahme pro Stunde je Kunde.
  • Zuordnung der Kosten: Eingangsrechnungen lassen sich Projekten zuordnen, damit die Deckungsbeiträge vollständig sind.
  • Mit Berichten arbeiten: Filtern nach Zeitraum, Drill-Down zur Datenherkunft und Export nach Excel.
Auftrag in teamspace mit Positionen und abgerechneten Beträgen.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Gewinnschwelle?
Teilen Sie die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag je Einheit. Bei 40.000 Euro Fixkosten und 90 Euro Deckungsbeitrag je Stunde sind das 444,4 Stunden. Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis abzüglich der variablen Kosten.
Was ist der Unterschied zwischen Break-even-Point und Gewinnschwelle?
Keiner. Beide Begriffe meinen denselben Punkt, an dem Erlöse und Kosten gleich hoch sind. Break-even-Analyse und Gewinnschwellenanalyse sind ebenfalls dasselbe.
Wie rechnet man die Gewinnschwelle in Euro statt in Stück?
Multiplizieren Sie die Menge mit dem Preis oder teilen Sie die Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote. Im Beispiel: 90 ÷ 110 sind 81,8 Prozent, und 40.000 ÷ 0,818 ergibt rund 48.900 Euro.
Was zählt bei einem Dienstleister zu den Fixkosten?
Vor allem die Gehälter der festen Mitarbeiter, dazu Miete, Software und Verwaltung. Die Stunden sind für den Betrieb fest, auch wenn kein Auftrag da ist. Variabel sind Kosten, die direkt an einem Projekt hängen.
Was ist ein Sicherheitsabstand zur Gewinnschwelle?
Er zeigt, um wie viel Prozent der Umsatz sinken darf, bevor Sie in die Verlustzone rutschen. Sie berechnen ihn als (Umsatz minus Umsatz an der Gewinnschwelle) geteilt durch den Umsatz.
Ist ein negativer Deckungsbeitrag immer ein Grund, etwas einzustellen?
Nicht immer. Wenn eine Leistung nicht einmal die variablen Kosten deckt, ist das ein Warnsignal. Es kann aber Gründe geben, sie trotzdem anzubieten, etwa als Einstieg zu einem Kunden. Sie sollten das bewusst entscheiden.

Nächster Schritt

Wissen, welche Kunden Ihre Schwelle senken?

Wir zeigen Ihnen, wie in teamspace aus Zeiten, Kosten und Rechnungen der Deckungsbeitrag je Kunde entsteht. Ob das für Ihre Steuerung reicht, besprechen wir offen.

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