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Rentabilität: Gewinn ist eine Zahl, Rentabilität ein Verhältnis

84.000 Euro Überschuss klingen nach viel oder nach wenig, je nachdem, was dafür eingesetzt wurde. Die Rentabilität setzt den Erfolg ins Verhältnis. Hier stehen die drei wichtigen Formeln, ein Beispiel mit allen Rechenschritten und die Stellen, an denen die Zahlen in die Irre führen.

6 Minuten Lesezeit Stand:

Kurz erklärt

Was ist Rentabilität?

Rentabilität ist das Verhältnis zwischen dem Erfolg eines Unternehmens und dem Kapital oder dem Umsatz, mit dem er erzielt wurde. Sie wird in Prozent angegeben und macht Unternehmen und Jahre vergleichbar. Die gängigen Kennzahlen sind Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität und Gesamtkapitalrentabilität.

7 %
Umsatzrentabilität im Beispiel: 84.000 € auf 1.200.000 € Umsatz
20 %
Eigenkapitalrentabilität bei demselben Überschuss und 420.000 € Eigenkapital
11,67 %
Gesamtkapitalrentabilität, wenn auch die Zinsen berücksichtigt werden

Zwei Fragen

Wie viel und wie gut verdient

Gewinn

Eine Summe in Euro.

  • Beantwortet: Wie viel ist übrig geblieben?
  • Wächst mit der Unternehmensgröße, auch ohne dass es besser läuft
  • Allein sagt er wenig über Wirtschaftlichkeit aus

Rentabilität

Ein Prozentwert.

  • Beantwortet: Wie gut hat sich der Einsatz verzinst?
  • Macht Jahre und Betriebe unterschiedlicher Größe vergleichbar
  • Es gibt mehrere Rentabilitäten, je nachdem, worauf Sie den Erfolg beziehen

Die drei Kennzahlen

Was womit ins Verhältnis gesetzt wird

Als Erfolg dient meist der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Das Kapital nehmen Sie am besten als Durchschnitt aus Jahresanfang und Jahresende.

KennzahlFormelSagt aus
UmsatzrentabilitätJahresüberschuss ÷ Umsatz × 100Wie viel von jedem Umsatz-Euro bleibt hängen
EigenkapitalrentabilitätJahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100Wie sich das Geld der Eigentümer verzinst hat
Gesamtkapitalrentabilität(Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) ÷ Gesamtkapital × 100Wie das gesamte Kapital gearbeitet hat, egal wer es gegeben hat

Die Zinsen werden bei der Gesamtkapitalrentabilität wieder addiert, weil sie Entlohnung für das Fremdkapital sind. Sonst würden Unternehmen mit mehr Schulden schlechter dastehen.

Ein Beispiel

Dieselben 84.000 Euro, drei Ergebnisse

Die Müller Consulting GmbH hatte im vergangenen Jahr 1.200.000 € Umsatz und einen Jahresüberschuss von 84.000 €. Das Eigenkapital betrug im Durchschnitt 420.000 €, das gesamte Kapital 840.000 €, davon 420.000 € Fremdkapital mit 14.000 € Zinsen. Daraus folgt: 84.000 ÷ 1.200.000 = 7 % Umsatzrentabilität und 84.000 ÷ 420.000 = 20 % Eigenkapitalrentabilität.

KennzahlRechnungErgebnis
Umsatzrentabilität84.000 ÷ 1.200.0007,00 %
Eigenkapitalrentabilität84.000 ÷ 420.00020,00 %
Gesamtkapitalrentabilität(84.000 + 14.000) ÷ 840.00011,67 %
Zinssatz auf das Fremdkapital14.000 ÷ 420.0003,33 %

Zum Anschauen

Von 100 Euro Umsatz bleiben sieben

Die Umsatzrentabilität lässt sich als Anteil lesen. Die Müller Consulting GmbH behält von jedem Umsatz-Euro 7 Cent. Mit dem Kapitalumschlag verknüpft: 7 % × (1.200.000 ÷ 840.000 = 1,43) = 10 %, und das ist Überschuss geteilt durch Gesamtkapital, 84.000 ÷ 840.000.

100 € Umsatz

93 € Aufwand und Steuern
7 €

Orange ist der Jahresüberschuss. Je kürzer der graue Teil, desto höher die Umsatzrentabilität. Ob das Unternehmen dabei mehr oder weniger Kapital braucht, zeigt erst der Kapitalumschlag.

Wo die Zahlen täuschen

Vier Dinge, die Sie beim Lesen beachten sollten

Warum ist die Eigenkapitalrentabilität höher als die Gesamtkapitalrentabilität?

Im Beispiel 20 gegenüber 11,67 Prozent. Das Fremdkapital kostet nur 3,33 Prozent Zinsen und arbeitet für mehr. Dieser Hebel wirkt auch umgekehrt: Fällt der Überschuss, sinkt die Eigenkapitalrentabilität schneller.

Kleines Eigenkapital, große Quote?

Wer wenig Eigenkapital hat, kommt schnell auf hohe Prozentwerte. Sie sagen dann mehr über die dünne Basis als über den Erfolg.

Einmaleffekte?

Ein Verkauf von Anlagevermögen oder eine Auflösung von Rückstellungen hebt den Überschuss, ohne dass das Geschäft besser läuft. Schauen Sie über mehrere Jahre.

Vergleich mit anderen?

Nur sinnvoll in derselben Branche und mit gleicher Rechnung. Ein Dienstleister braucht wenig Kapital, ein Produktionsbetrieb viel.

In teamspace

Die Zahlen unter der Kennzahl

Eigenkapital und Gesamtkapital stehen in Ihrer Bilanz und kommen aus der Buchhaltung. teamspace liefert die Seite darunter: Erlöse, Kosten und Deckungsbeiträge je Projekt und Kunde. Die Kosten- und Leistungsrechnung ab Edition office ergänzt die Finanzbuchhaltung und ersetzt sie nicht.

  • Berichte: Fakturaanalyse, Kundenanalyse und Projektberichte zeigen, womit Sie verdienen und wo nicht.
  • Plan und Ist: Je Kostenstelle und Kostenträger mit Abweichung, dazu DB I und DB II.
  • Kosten zuordnen: Eingangsrechnungen lassen sich Projekten zuordnen, damit die Deckungsbeiträge vollständig sind.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rentabilität und Rendite?
Im Alltag werden beide oft gleichgesetzt. Rentabilität bezeichnet meist den Erfolg eines Unternehmens im Verhältnis zum eingesetzten Kapital oder Umsatz, Rendite meist den Ertrag einer Geldanlage. Rechnerisch ist es dasselbe Verfahren.
Wie berechnet man die Umsatzrentabilität?
Teilen Sie den Jahresüberschuss durch den Umsatz und multiplizieren Sie mit 100. Bei 84.000 Euro Überschuss und 1.200.000 Euro Umsatz sind das 7 Prozent.
Was ist eine gute Eigenkapitalrentabilität?
Dafür gibt es keinen festen Wert. Er hängt von Branche, Risiko und Kapitalstruktur ab. Vergleichen Sie Ihre Zahl mit den Vorjahren und mit Betrieben, die ähnlich aufgestellt sind, und fragen Sie Ihre Steuerberatung.
Was ist der Unterschied zwischen Rentabilität und Liquidität?
Rentabilität fragt, ob sich der Einsatz lohnt, Liquidität fragt, ob Sie Ihre Rechnungen bezahlen können. Ein Unternehmen kann rentabel und trotzdem zeitweise knapp bei Kasse sein. Mehr dazu auf der Seite zur Liquidität.
Warum werden bei der Gesamtkapitalrentabilität Zinsen addiert?
Die Zinsen sind bereits als Aufwand vom Überschuss abgezogen. Weil die Kennzahl das gesamte Kapital betrachtet, auch das geliehene, rechnet man sie dem Erfolg wieder zu.
Wie kann ich die Rentabilität verbessern?
Über den Preis, über die Kosten oder über den Kapitaleinsatz. Bei einem Dienstleister heißt das meist: Stundensätze prüfen, nicht verrechenbare Zeit senken und offene Forderungen schneller einziehen.

Nächster Schritt

Wissen, womit Sie wirklich verdienen?

Wir zeigen Ihnen, wie in teamspace Deckungsbeiträge je Kunde und Projekt entstehen. Ob das als Grundlage für Ihre Kennzahlen reicht, besprechen wir offen.

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