Dienstleistung: Sie verkaufen etwas, das man nicht anfassen kann
Beratung, Wartung, Steuererklärung, Haarschnitt: Alles Dienstleistungen, aber jede verhält sich anders. Hier steht, was sie verbindet, wo die Abgrenzung zur Ware schwerfällt und warum der Vertrag über das Risiko entscheidet.
6 Minuten Lesezeit Stand:
Kurz erklärt
Was ist eine Dienstleistung?
Eine Dienstleistung ist eine Leistung, bei der nicht ein Gegenstand den Besitzer wechselt, sondern jemand für einen anderen etwas tut: beraten, reparieren, planen, betreuen. Sie ist zunächst immateriell, lässt sich nicht auf Lager legen und entsteht oft erst im Zusammenspiel mit dem Kunden. Rechtlich steckt sie meist in einem Dienstvertrag oder einem Werkvertrag.
- immateriell
- man kann sie nicht anfassen und nicht lagern
- 2 Verträge
- Dienstvertrag (§ 611 BGB) und Werkvertrag (§ 631 BGB)
- Zeit
- ist bei Dienstleistern der wichtigste Rohstoff
Was sie ausmacht
Vier Eigenschaften, an denen man sie erkennt
Immateriell. Sie bekommen am Ende kein Ding in die Hand, sondern ein Ergebnis oder einen Zustand: Das Netzwerk läuft wieder, die Strategie liegt vor, der Jahresabschluss ist fertig.
Nicht lagerbar. Ein Beratungstag, der heute nicht gebucht wurde, ist verloren. Deshalb schauen Dienstleister so genau auf Auslastung.
Kunde und Dienstleister wirken zusammen. Wer dem Berater die Unterlagen nicht gibt, bekommt eine schlechtere Beratung. Das gilt für fast jede Dienstleistung, und es ist der Grund, warum Projekte bei Kunden hängen bleiben.
Das Ergebnis schwankt mit den Menschen. Zwei Berater liefern nie ganz dasselbe. Die Verfahren, Checklisten und Vorlagen, die ein Betrieb sich zulegt, sind der Versuch, diese Streuung klein zu halten.
Abgrenzung
Dienstleistung und Ware im Vergleich
In der Praxis sind die meisten Angebote Mischformen. Maßgeblich ist, was den Kern der Leistung bildet.
| Ware | Dienstleistung | |
|---|---|---|
| Greifbar | Ja, ein Gegenstand wechselt den Besitzer | Nein, der Kunde bekommt ein Ergebnis |
| Lagerbar | Ja, auf Vorrat produzierbar | Nein, Kapazität verfällt, wenn sie ungenutzt bleibt |
| Qualität vor dem Kauf prüfbar | Meist ja, man sieht und testet das Stück | Kaum, man vertraut auf Referenzen und Ruf |
| Wo steckt das Risiko? | In der Beschaffenheit des Gegenstands | In der Zeit, die es tatsächlich braucht |
Die Zeile „Wo steckt das Risiko“ ist unsere Einschätzung, keine Definition aus dem Gesetz.
Wo es schwierig wird
Drei Grenzfälle aus der Praxis
Das Restaurant
Es verkauft Essen (Ware), aber Sie zahlen auch für Bedienung, Raum und Zubereitung. Der Schwerpunkt liegt auf der Dienstleistung, deshalb spricht man vom Gastgewerbe.
Software als Abo
Es wird nichts geliefert, das Sie besitzen. Der Anbieter stellt etwas laufend bereit und betreibt es. Das ähnelt einer Dienstleistung stärker als dem Verkauf eines Produkts. Wie ein Vertrag rechtlich einzuordnen ist, klärt im Zweifel eine Juristin.
Das Gutachten
Es ist eine Dienstleistung, aber das Ergebnis liegt als Dokument vor und lässt sich später noch nutzen. Der Satz „Erbringung und Verbrauch fallen zusammen“ stimmt deshalb nicht für jede Dienstleistung.
Was im Vertrag steht
Dienstvertrag oder Werkvertrag?
Dienstvertrag (§ 611 BGB)
Geschuldet sind „Dienste jeder Art“ gegen die vereinbarte Vergütung. Sie bezahlen die Tätigkeit, nicht das Ergebnis.
- Beispiele: laufende Beratung, Betreuung, Coaching, Support-Stunden
- Abrechnung: meist nach Aufwand, also nach Stunden oder Tagen
- Risiko: Dauert es länger, dauert es länger. Der Kunde trägt das Mengenrisiko.
Werkvertrag (§ 631 BGB)
Geschuldet ist ein Erfolg, der durch Arbeit oder Dienstleistung herbeigeführt wird, gegen die vereinbarte Vergütung.
- Beispiele: ein Gutachten, ein Konzept mit festem Umfang, eine Reparatur mit Ergebnis
- Abrechnung: häufig Festpreis oder Pauschale
- Risiko: Dauert es länger, trägt das der Dienstleister. Deshalb gehört der Umfang genau in den Vertrag.
Rechenbeispiel
Ein Beratungsprojekt, Stunde für Stunde
Die Müller Consulting GmbH hat für die Weber GmbH einen Festpreis über 40 Stunden vereinbart (Werkvertrag). Am Ende zeigt die Zeiterfassung eine andere Verteilung. Alle Zahlen sind erfunden, das Muster ist aber alltäglich.
- 26 Stunden Beratung beim Kunden und im Workshop.
- 8 Stunden Vorbereitung und Auswertung.
- 6 Stunden Abstimmung per Mail und Telefon.
- 5 Stunden Zusatzwünsche, die nicht im Angebot standen.
Zusammen 45 Stunden bei 40 vereinbarten. Die fünf Stunden Zusatzwünsche zahlt bei einem Festpreis zunächst die Müller Consulting GmbH, es sei denn, sie sind als Änderung vereinbart. Wer Zeit nicht pro Projekt erfasst, merkt das erst, wenn die Marge fehlt.
In teamspace
Wenn die Dienstleistung aus Zeit besteht
Bei Dienstleistern entscheidet die erfasste Zeit darüber, ob ein Projekt Geld verdient. In teamspace buchen Sie Zeiten auf das Projekt und rechnen daraus ab.
- Zeit zum Projekt: Zeiten buchen Sie direkt im Projekt, mit der Stoppuhr oder in der Wochentabelle.
- Vom Auftrag zur Rechnung: Aus Aufträgen entstehen Projekte, aus Projekten Rechnungen mit den richtigen Sätzen, Pauschalen und Zuschlägen.
- Aufwand sichtbar: Wer Zeiten je Projekt bucht, sieht hinterher, wie viele Stunden ein Projekt tatsächlich gekostet hat.
Häufige Fragen
Welche Beispiele für Dienstleistungen gibt es?
Ist Beratung eine Dienstleistung?
Was ist ein Dienstleistungsunternehmen?
Ist Software eine Dienstleistung?
Wie rechnet man eine Dienstleistung ab?
Was ist eine Dienstleistung im Sinne des Umsatzsteuerrechts?
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